Was ist natürliche Hundeerziehung?
- sabinekaho
- 9. Okt. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Dez. 2024
Harmonieren statt reines Konditionieren
Natürliche Hundeerziehung ist ein gewaltfreier, respektvoller und artgerechter Zugang zur Hundeerziehung. Sie arbeitet mit der Natur des Hundes - nicht dagegen – und sieht den Hund als hoch soziales, intelligentes und empfindsames Wesen.
Es geht nicht um Perfektion oder darum, mit Zwang und Druck Verhalten beeinflussen zu wollen. Vielmehr geht es darum, eine Bindung zum Hund aufzubauen, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert. Über eine liebevolle, klare Beziehung können wir nachhaltige Verhaltensänderungen erzielen und unsere Hunde sicher und souverän durch den Alltag und seine Herausforderungen führen.
Abzugrenzen ist sie von Ansätzen klassischer Hundeschulen, wo gewünschtes Verhalten oft über eine reine Konditionierung über Leckerli und Spielzeug stattfindet. Dieser Weg wird einerseits dem komplexen Wesen Hund nicht gerecht und treibt außerdem viele Hundehalter in eine Abhängigkeit.
Körpersprachliche Kommunikation
Als hoch soziale Tiere sind Hunde dazu veranlagt in einer Gruppe zu leben und daher entsprechend vielseitig zu kommunizieren – und das sogar speziesübergreifend! Das richtige Lesen und Interpretieren hündischer Körpersprache sowie das Erkennen und Verstehen natürlichen Verhaltens stellen eine der Grundlagen des natürlichen Ansatzes dar. Ziel ist es, sich als Mensch die Hundesprache anzueignen, um für unsere Hunde verständlicher kommunizieren zu können.
Emotionen, Energie und Ausstrahlung
Natürliche Hundeerziehung bedeutet auch, in sich selbst hineinzuschauen, zu reflektieren und sich seinen eigenen Emotionen klarzumachen. Denn Energie spielt eine wichtige Rolle in hündischer Kommunikation und kann speziesübergreifend übertragen werden. Wir können unsere Energie zB bewusst dazu nutzen, um unsere Hunde hinunterzufahren und zu beruhigen. Umgekehrt kommt es aber auch häufig vor, dass wir unsere Hunde durch unsere Gedanken und Emotionen unbeabsichtigt nervös machen oder sogar Gefahr signalisieren. Aus Emotionen resultiert Verhalten, sowohl bei Menschen als auch bei Hunden.
Ein wesentlicher Bestandteil natürlicher Hundeerziehung ist daher die Beschäftigung mit der eigenen Energie, den eigenen Gedanken, Befürchtungen und Ängsten. Wenn zB Hundebegegnungen eine Herausforderung sind und es prägende Erlebnisse in der Vergangenheit gab, dann könnte jede weitere Hundebegegnung mit negativen Emotionen behaftet sein. Bewusst oder unbewusst - unsere Hunde spüren das und spiegeln unsere Gedanken in ihrem Verhalten.
Vergangenes loszulassen und stattdessen eine klare, innere Haltung sowie gelassene, souveräne Ausstrahlung zu entwickeln, ist für viele Hundehalter eine Herausforderung. Bevor Veränderung beim Hund stattfinden kann, muss jedoch erst der Mensch sich ändern und alte Glaubensmuster ablegen. Das kann man aber lernen!
Grenzen setzen – aber auf Hundeart
Das Setzen von Grenzen ist fixer Bestandteil hündischer Kommunikation und ist weder positiv noch negativ zu bewerten. Es ist einfach Kommunikation, mehr nicht.
Hundesprachlichen Grenzen zu setzen ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil natürlicher Hundeerziehung. Und es ist auch hier nichts weiter als eine Form der Kommunikation, die unsere Hunde verstehen.
Erfolgreiche Hundeerziehung setzt voraus, dass sich der Hund auf seinen Menschen verlassen kann. Werden Grenzen mit feiner Körpersprache und ruhiger, souveräner Energie gesetzt, verstehen Hunde sofort, was wir von ihnen wollen.
Durch das Setzen von Grenzen übernehmen wir außerdem Verantwortung, vermitteln unseren Hunden Sicherheit und steigern das Vertrauen –die Basis einer gesunden Hund-Mensch-Beziehung!
Jeder Mensch und jeder Hund hat seine ganz eigene Persönlichkeit und Geschichte. Daher steht auch jede Mensch-Hund-Beziehung vor unterschiedlichen Herausforderungen. Die Möglichkeit, körpersprachlich zu kommunizieren, verbindet uns jedoch – auch wenn, vor allem wir Menschen, die Körpersprache unserer Hunde erst richtig lesen und interpretieren lernen müssen.